Von der Linie zum Raum – Álvaro Siza in Innsbruck

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Álvaro Siza, 1992 mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet, gilt als einer der wichtigsten portugiesischen Architekten des 20. Jahrhunderts. Seit den späten 1950er-Jahren realisierte er zahllose Bauwerke, anfänglich vorwiegend in Portugal, später auch in ganz Europa, Amerika und Asien. Sein Oeuvre ist beeindruckend weit gefächert: Er entwirft Einfamilienhäuser und große Wohnanlagen, Universitäten, Schulen und Bibliotheken, Ausstellungspavillons und Museen, Sakralbauten, Verwaltungsgebäude und Einkaufszentren, Gewerbebauten und Infrastruktureinrichtungen, ganze Stadtviertel und nicht zuletzt auch Möbel. Ausgangspunkt seiner Entwürfe ist dabei immer der konkrete Ort und dessen kultureller und architektonischer Kontext – sei es das urbane Umfeld, ein historisches Gebäude oder die Landschaft. Die respektvolle Auseinandersetzung mit diesen Faktoren führt ihn zu jeweils unterschiedlichen und spezifischen Lösungen, zu architektonischen Statements, die in ihrer Direktheit immer aufs neue überraschen.

Wesentliche Bezugspunkte in Sizas architektonischem Schaffen sind einerseits das Erbe der plastisch geprägten modernen Architektur eines Alvar Aalto, Adolf Loos oder Frank Lloyd Wright, andererseits die regionale Bautradition seiner Heimat Portugal und die verwendeten Materialien und Formen. Rationale Geometrie und organische Form vereint er zu einer skulpturalen Architektur, die geprägt ist von einer einfühlsamen Linienführung, einer subtilen Behandlung des Raums und einer Lichtregie, die Bauwerke in Raumerlebnisse verwandeln.

Das wichtigste Werkzeug im Entwurfsprozess ist für Álvaro Siza die Skizze. Mit dem Zeichenstift entwirft er komplexe räumliche Situationen, skizziert Ideen und untersucht Formen. Daneben dienen ihm Arbeitsmodelle zur Überprüfung und Weiterentwicklung der Projekte bis ins Detail. Dieser Arbeitsweise gilt das Hauptaugenmerk der Ausstellung „Von der Linie zum Raum“, die noch bis zum 22. September im aut in Innsbruck zu sehen ist. Anhand von zehn aktuellen Bauten und Projekten aus dem Kulturbereich – darunter das Museum der Iberê Camargo Stiftung in Brasilien, der Anyang Pavillon in Südkorea, die Kirche Santa Maria in Marco de Canavezes und der Portugiesische Pavillon der Expo 2000 in Hannover – veranschaulichen zahlreiche Skizzen und Arbeitsmodelle, großformatige Fotografien und Pläne, wie Álvaro Siza Projekte entwickelt. Filme zu und Möbel von Siza vervollständigen die von Rudolf Finsterwalder und Wilfried Wang ursprünglich für den Siza-Pavillon auf der Insel Hombroich konzipierte und für das aut adaptierte Ausstellung.


Álvaro Siza: Von der Linie zum Raum
Ausstellung bis zum 22. September
aut. architektur und tirol, Innsbruck
www.aut.cc

Abbildungen
Álvaro Siza, Anyang Pavillon, Young-Il Park,
Südkorea, 2005 – 06. Foto: Fernando Guerra (3)
Álvaro Siza, Iberê Camargo Stiftung, Porto Alegre,
Brasilien, 1998 – 2009. Foto: Fernando Guerra (2)
Álvaro Siza, Kirche Santa Maria, Marco de Canavezes,
Portugal, 1990 – 96. Foto: Fernando Guerra (2)
Álvaro Siza, Anyang Pavillon, Young-Il Park,

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