Architekturbiennale Rotterdam
Wie entsteht heutzutage Stadt? Welche Protagonisten sind hier am Werk und welche Instrumente können sie nutzen? Mit diesen Fragen setzt sich die diesjährige Ausgabe der Architekturbiennale Rotterdam unter dem Motto „Making City“ auseinander. Der Vielseitigkeit und dem Facettenreichtum der möglichen Antworten entspricht die komplexe Struktur der Biennale selbst: Sechs Kuratoren haben die Hauptausstellung und die begleitende Schau Smart Cities – Parallel Cases 2 über intelligente Zukunftsstädte im Architekturinstitut der Niederlande zusammengestellt. Drei „Versuchsgelände“ in Rotterdam, Istanbul und São Paulo wurden initiiert, auf denen neue Strategien und Taktiken der Stadtgestaltung praktisch angewandt werden. Der Anspruch der Macher ist es, nicht weniger als ein Manifest zu schreiben für die Möglichkeiten und das Potential der Stadt. In ihren Augen soll und muss die Stadt neu organisiert werden, um den enormen sozialen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen begegnen zu können.
Als Anstoß werden Beispiele präsentiert, die neue Arten der Kooperation von Designern, Verwaltungen, Planern, Investoren und Bewohnern illustrieren. Es bleibt aber nicht bei der passiven Präsentation; auf den Versuchsgeländen werden die Auswirkungen unterschiedlicher Maßnahmen direkt erforscht. In Rotterdam wurde ein eigentlich für den Abriss vorgesehener Bürokomplex, der Schieblock, neuem Leben zugeführt: Auf seinem Flachdach ist ein Nachbarschaftsgarten samt Imkerei entstanden; sein Inneres bietet günstig Platz für Existenzgründer und Pop-Up-Stores. Neue Mittel werden hier durch Crowd Funding aufgetan, durch das eine Fußgängerbrücke finanziert wird, die das umgebende Geschäftsviertel wieder an die lebendige Stadtmitte anbinden soll. Die Maßnahmen in Rotterdam sollen dabei nicht nur hübsches Pflaster sein, sondern langfristige Besserung anstoßen. Bis 2014 werden die Aktionen in Zusammenarbeit der Biennale und dem Architekturbüro ZUS laufen. Der ungenutzte Leerstand im abweisenden Büroviertel soll langfristig zur blühenden Stadtlandschaft werden.
5. Architekturbiennale Rotterdam: Making City
bis 29. August
Architekturinstitut der Niederlande
www.iaabr.nl
Abbildungen
Installationsansicht der Hauptausstellung der 5. IABR: Making City im Architekturinstitut der Niederlande (NAi). Foto: Ossip van Duivenbode
Der geplante Verlauf des Luchtsingel bei Nacht – die Fußgängerbrücke auf dem Versuchsgelände Rotterdam. Visualisierung: ZUS
Passage auf dem Versuchsgelände im Geschäftsviertel Rotterdam. Foto: Ossip van Duivenbode
Tar Creek Supergrid ist ein Projekt der Universität Toronto, das eine schwebende Stadt über dem verunreinigten Boden einer ehemaligen Bergbaustätte in Oklahoma entstehen lassen will. Teil der Ausstellung Smart Cities, Parallel Cases 2 im NAi. Visualisierung: Amy Norris und Cling Langevin
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