Vorschau auf den Salone del Mobile
Zu den Highlights könnte die neue Kollektion gehören, die das japanische Designstudio Nendo für Bisazza Bagno entworfen hat. Die neue Linie zeigt sich puristisch mit Holz und Armaturen in klaren Formen. Auch Ron Gilad verlegt sich in seinen neuen Arbeiten für Molteni&C, zu denen Tische, Beistelltische und Wandregale gehören, auf eine minimalistische Ästhetik – bei der allerdings ein ironischer Unterton mitschwingt. Eine klare, aber mitnichten minimalistische Formensprache spricht das neue Regal „Off Cut“ von Nathan Yong für Living Divani, das sich aus zahllosen kleinen Holzelementen zusammensetzt und die Regalböden aus Glas fast unsichtbar werden lässt. Das Familienunternehmen präsentiert außerdem Stücke aus der Zusammenarbeit mit Jungdesignern: den von einer dynamischen Linie und weichen Rundungen geprägten Hocker „Kalè“ des italienischen Designers Mari Ferrarini und die Kollektion „Rabbit and Tortoise“ von Studio Juju, deren Beistelltische von Zeichentrickfilmen und Kinderzeichnungen inspiriert sind.
Der belgische Designer Alain Gilles hat den markant gestalteten „Welded Table“ für Bonaldo entworfen, dessen Beine an geschweißtes Metall erinnern. Ebenfalls aus Belgien stammt der Entwerfer Sylvain Willenz, der aus Moniereisen, die üblicherweise bei der Betonverarbeitung verwendet werden, die „Candy”-Kollektion von Cappellini entwickelt hat. Auf einem modularen Prinzip basiert dagegen das neue Sofa „Hip Hop” von Calia Italia (Design: Centro Studi Interno), das sich mittels Einzelelementen frei zusammenstellen lässt. Zur Entspannung einladen soll das neue Sofa „La Mise“ (Design: Luca Nichetto) von Cassina mit umlaufendem Rücken- und Seitenkissen. Einen Blick in die Vergangenheit wirft Poltrona Frau. Der Hersteller zeigt mit dem Sofa „Mantò“ eine Neuinterpretation des klassischen Chesterfieldsofas. Nicht nur neue Möbel, sondern eine ganz neue Marke präsentiert Mercedes-Benz in Mailand. In Zusammenarbeit mit der Formitalia Luxury Group ist die erste Kollektion von Mercedes-Benz Style entstanden, zu der u.a. ein Sofa, eine Chaiselongue und ein Esstisch mit Stühlen gehören. Die Stücke sollen im Design den aktuellen Showcars und Konzeptfahrzeugen des Automobilherstellers entsprechen und so die „automobile Identität“ zum Ausdruck bringen.
Während die Messehallen in den ersten vier Tagen ausschließlich dem Fachpublikum vorbehalten sind und nur am Samstag und Sonntag für die Öffentlichkeit öffnen, bietet sich designaffinen Besuchern in der Stadt selbst die ganze Woche über ein Programm aus hunderten von Veranstaltungen. So zeigt etwa Cerruti Baleri in seinen Räumen die Ausstellung „living models“ mit bekannten und neuen Stücken. Hier präsentiert Maison Martin Margiela eine Wohnumgebung neben der Interpretation eines kreativen Ateliers von Maurizio Galante + Tal Lancman, zu der auch deren goldenes „Collector’s Cabinet“ gehört. Bei Superstudio Più in der Via Tortona ist währenddessen die zweite Zusammenarbeit der Campana Brüder mit Cosentino zu sehen. Ebenfalls in der Zona Tortona findet im Veranstaltungsort Magna Pars die Ausstellung „Abitare il Design (Wohnen mit Design) – Emotional Living“ statt, die „Home Spa Design“ Installationen von fünf Designern und Architekten vorstellt. Dort präsentiert sich auch die neue italienische Küchenmarke HOMMM zum ersten Mal im Rahmen des Salone. Der brasilianische Designer Ricardo Antonio hat für sie die Kollektion „Prêt-à-Porter Kitchens“ mit ungewöhnlichen Kücheninseln aus Hi-Macs entworfen, die Arbeitszonen, Ablage und Tischfläche verbinden.
Zu den Programmpunkten der Designzone Ventura Lambrate wird „The Tube“ gehören, eine Ausstellung der Dänischen Kolding School of Design in Zusammenarbeit mit u. a. Ecco, Lego, Fritz Hansen und Kvadrat, die in einer Containerarchitektur Dänisches Design präsentiert. Der Ordine degli Architetti di Milano öffnet seine Türen für eine Ausstellung über die Architekturen von Gio Ponti und im Teatro dell’Arte Triennale wird der Design Dance die Grenze zwischen Design und Kunst verwischen: Die Ankündigung verspricht eine „Tanzperformance auf Designobjekten“.
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