Trendbook der imm cologne vorgestellt
Seit nunmehr sieben Jahren beruft die imm cologne ein international besetztes Expertengremium ein, um die zentralen Themen für das Interior Design der jeweils kommenden Saison zu identifizieren: das Trendboard, das in jährlich wechselnder Besetzung einige der einflussreichsten Designer, Architekten, Fachpublizisten und Materialexperten versammelt. Dieses Jahr trafen sich die Designerinnen Patricia Urquiola und Defne Koz mit dem Designer Harald Gründl von EOOS, dem Textildesigner Martin Leuthold und dem Redakteur der Zeitschrift „apartamento“, Marco Velardi. Die Ergebnisse aus den gemeinsamen Überlegungen wurden vom Trendboard und der imm cologne am 9. September in Istanbul vorgestellt.
Bei der Erstellung des Trendbooks werden nicht nur die aktuellen Designentwicklungen bewertet – vielmehr bilden die Gefühlslage und die Bedürfnisse der Konsumentengruppen den jeweiligen Ausgangspunkt für die Formulierung eines Interior Trends. Insgesamt wurden für das diesjährige Trendbook vier Tendenzen im Design und in der Wohnkultur herausgearbeitet, die sich nicht nur in Gestaltung, Form- und Materialpräferenzen unterscheiden, sondern auch unterschiedlichen Lebensstilen und Designphilosophien entsprechen.
Als übergreifende Fixpunkte, um die sich die unterschiedlichen aktuellen Designansätze drehen, beschreibt das Expertenteam Nachhaltigkeit und Qualität. Diese spielen in allen vier Interior Trends eine entscheidende Rolle. Das gute Gefühl verantwortlichen Konsums, Freiräume für die Anpassung der Möbel an individuelle Bedürfnisse, die Zusammenführung diverser technischer Anwendungen in einem sinnlichen Produkt und Träume von Immaterialität sind demnach Zukunftskonzepte für das Möbel- und Interior Design.
Die vier zentralen Interior Trends benennt das Trendboard 2010 mit den Schlagworten „Emotional Austerity“, „Surprising Empathy“, „Re-Balancing“ und „Transforming Perspectives“. Im Trend „Emotional Austerity“ zeigt sich besonders stark die neue Lust des Designs am Neu-Zusammensetzen alter Formen und Techniken und ihrer Durchmischung mit neuen Elementen und Funktionen. „Surprising Empathy“ sucht nach neuen Formen für die Zukunft; Designer verschieben die Grenzen des Machbaren, suchen die Lösung für unsere Probleme in der Technologie neuer Produktionsverfahren und intelligenten Materialien. Bei „Re-Balancing“ geht es um Identitäten, die dem Leben standhalten und in einer globalisierten Welt eine Heimat bieten. Dabei wird das im Kleinen umgesetzte Ideal nachhaltigen Konsums zum Vorbild für das große Ganze. Im Interior Trend „Transforming Perspectives“ geht es vor allem darum, Stimmungen zu filtern, neue Designansätze auszuprobieren, radikale Entwürfe vorzuschlagen. Die Grenzen zwischen Kunst und Design, zwischen realer und virtueller Welt werden hinterfragt.
Einen umfassenderen Überblick zum aktuellen Geschehen in der Designszene gibt das 72-seitige Trendbook, das gegen eine Schutzgebühr von 50,- Euro bei der Koelnmesse erhältlich ist.




